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Ein menschenverachtendes Zeichen in Eggenfelden und ein lebensbejahendes Zeichen, das wir setzen können

  • Sabine Janowitz
  • 25. März
  • 1 Min. Lesezeit


In Eggenfelden wurde vor wenigen Tagen ein Tor errichtet, das an die Eingangstore von Konzentrationslagern erinnert, inklusive nationalsozialistischer Symbolik. Es stand auf einem Behindertenparkplatz, einem Ort, der Menschen mit Behinderung vorbehalten ist.

Für mich ist das keine Provokation, sondern eine geplante, menschenverachtende Tat und ein Angriff auf die Würde von Menschen mit Behinderung sowie eine bewusste Verharmlosung unserer Geschichte.


Menschen mit Behinderungen gehörten zu den ersten systematisch ermordeten Gruppen im Nationalsozialismus. Im Rahmen der sogenannten Aktion T4 und den Krankenmorden wurden hunderttausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene gezielt getötet.

Wenn heute solche Symbole wieder auftauchen, ist das ein Tabubruch. Und wir dürfen nicht stumm bleiben.


Als Pädagog*innen tragen wir Verantwortung, besonders gegenüber Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. Sie sind auf Schutz und Solidarität angewiesen. Wir müssen für sie Haltung beziehen, mit historisch gesicherten Fakten, einer eindeutigen demokratischen Position und der Bereitschaft, diese öffentlich sichtbar zu machen.


Rechnet man die bundesweite Schwerbehindertenquote auf Eggenfelden herunter, leben hier vermutlich weit über tausend Menschen mit Behinderung. Für sie habe ich symbolisch virtuelle Blumen auf einem Parkplatz abgelegt.

Es wäre schön, wenn die Region ganz real solche Zeichen setzt, für die Sichtbarkeit, für das Leben, das immer lebenswert ist, mit oder ohne Behinderung.


Auch als Lehrer*innen können wir dazu beitragen, Demokratie unseren Schüler*innen nahe zu bringen. Ich selbst engagiere mich für demokratische Beteiligung im Schulalltag als Botschafterin für "aula"- ein Beteiligungskonzept und im Austausch mit Projekten wie „CIVIS- Das Demokratiespiel“. Beides wunderbare Praxisbeispiele, wie Demokratie in der Schule umgesetzt und gelebt werden kann.


Demokratie muss gelernt, erlebt und geschützt werden, jeden Tag und

Geschichte darf nicht vergessen werden, damit sie sich nicht wiederholt!

 
 
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